Übersetzungshilfen

Natürlich bräuchte es zum Übersetzen an Werkzeug - neben einer Auswahl an guten Wörterbüchern - theoretisch nichts außer Papier und Stift bzw., in unserer heutigen Zeit, einen PC mit einem gängigen Textverarbeitungsprogramm.

Dennoch gibt es etliche Computerprogramme, die dem Übersetzer das Leben erheblich erleichtern. Damit sind allerdings nicht solche Programme gemeint, die voll maschinell einen Text übersetzen, denn die Qualität dieser Übersetzungen lässt aufgrund der Vielschichtigkeit menschlicher Sprache, die von einem Computerprogramm oft nur mangelhaft erfasst werden kann, oftmals zu wünschen übrig.

Statt dessen unterstützen die angesprochenen Programme, ob sie nun TRADOS heißen, WordFast oder TRANSIT, den Übersetzer in seiner eigenen kreativen Arbeit, indem sie eine Datenbank mit allem Übersetzten füllen und Vorschläge machen, wenn ein so oder ähnlich bereits abgespeicherter Satz erneut vorkommt. Außerdem lassen sich die Anwendungen während der Arbeit mit einem Glossarprogramm verknüpfen, so dass in dem Glossar enthaltene Begriffe und ihre Übersetzung automatisch am Bildschirm angezeigt werden, wenn in einem Satz einer dieser Begriffe erscheint.

Die Übersetzung mit Translation Memory-Systemen erfolgt entweder unter einer eigenen Oberfläche oder aus gängigen Office-Programmen wie MS Word, Excel oder PowerPoint heraus. Auch HTML-Webseiten lassen sich von damit übersetzen, z. B. mit dem in TRADOS integrierten "Tag Editor".


Im gezeigten Beispiel wird eine Word-Datei mit TRADOS bearbeitet. Mit der Installation der Anwendung auf dem Computer erscheint in Word, Excel und PowerPoint eine eigene TRADOS-Menüleiste (im Screenshot durch den roten Pfeil gekennzeichnet). Der Übersetzer hat die so genannte "Translator's Workbench" (unten rechts) aufgerufen und den ersten Satz (das erste "Segment") mit TRADOS geöffnet. Der zu übersetzende Text erscheint hierbei immer in einem blauen Feld, die Übersetzung wird in das gelbe Feld eingetragen. Da dieser Satz noch überhaupt nicht im "Translation Memory", der TRADOS-Datenbank, enthalten ist, bleibt das gelbe Feld völlig leer, und auch im unteren Feld der "Translator's Workbench" ist nichts zu finden.

Im rechten Kästchen der Workbench jedoch findet sich ein Begriff, nämlich das Wort "Webseite", und seine Übersetzung, und dieses Wort ist auch im oberen Feld rot markiert. Dies liegt daran, dass das Wort im verwendeten Glossar enthalten ist und daher bei Auftauchen im Text angezeigt wird.

Nun wird die Übersetzung in das gelbe Feld eingetragen, dann durch Klick auf das entsprechende Symbol oder Eingabe der entsprechenden Tastenkombination das Segment in der Datenbank abgespeichert und das nächste Segment geöffnet. Handelt es sich hierbei wieder um einen bisher unbekannten Satz, muss auch hier der Übersetzer wieder seine eigene Kreativität spielen lassen.


Hier sieht man, dass der Übersetzer bereits die Hälfte des Textes auf die oben beschriebene Weise hinter sich gebracht hat. Bei den bereits bearbeiteten Segmenten ist - in typischen TRADOS-Formatierungstags - sowohl das Original als auch die Übersetzung zu sehen. Diese Tags und der Originaltext müssen anschließend nicht von Hand entfernt werden, sondern dies geschieht auf einfache Weise mit der in TRADOS integrierten "Aufräumen"-Funktion.

An dieser Stelle des Textes wird derselbe Satz mehrfach wiederholt. Bei dessen ersten Auftauchen war das Übersetzungskästchen noch gelb und leer, weil das Segment noch nicht in der Datenbank vorhanden war. Aber sobald der Satz zum zweiten Mal erscheint, erkennt das Programm, dass es sich hierbei um eine 100%ige Übereinstimmung handelt, und schlägt die vorige Übersetzung daher von selbst vor.

Am grünen Feldhintergrund ist erkennbar, dass es sich um den völlig identischen Satz handelt. Auch in der "Translator's Workbench" wird das Segment nun auch im unteren Feld angezeigt, so dass der Übersetzer sehen kann, wie der Satz zuvor übersetzt wurde.

Einhundertprozentige Matches kann man entweder einzeln anzeigen oder aber auch vom System eigenständig in der identischen Form übernehmen lassen.


Hier wurde nun ein Segment geöffnet, das weiter oben bereits einmal in ähnlicher, aber nicht ganz identischer Form vorkam.

Dies hat TRADOS beim Öffnen erkannt und daher die vorige Übersetzung bereits vorgeschlagen, allerdings mit gelbem Feldhintergrund, nicht mit grünem, damit klar ersichtlich ist, dass es sich nicht um einen "Hundertprozenter" handelt. In der "Translator's Workbench" werden die Unterschiede zwischen den beiden Satzversionen genau aufgezeigt. Alles, was identisch ist, wird nicht näher markiert; Wörter, die in beiden Segmenten an unterschiedlicher Stelle erscheinen, sind türkis hinterlegt, Unterscheidungen werden gelb markiert, und neu hinzugekommene Wörter erhalten einen grauen Hintergrund.

So sieht der Übersetzer auf einen Blick die Unterschiede zwischen den beiden Segmenten und kann nun selbst entscheiden, wie er die vorgeschlagene Übersetzung an die neuen Gegebenheiten anpasst.

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